7. September 2009

Bürgerwünsche an den Bundespräsidenten übermittelt

Am vergangenen Montag, dem 31.08.2009, besuchte Bundespräsident Horst Köhler Braunschweig. Leider war es den Bürgerinnen und Bürgern weitestgehend vergönnt Gespräche mit dem Bundespräsidenten zu führen und ihre politischen Wünsche zu äußern. Die Weltretter der Linksjugend [`solid] und die Ortsgruppe Braunschweig traten diesem Missstand mit einer Bodenzeitung entgegen. Die Gelegenheit selbst Forderungen an Horst Köhler zu stellen, nahmen die Braunschweiger gerne und zahlreich an. Das beschriftete Plakat wurde zusammen mit einem Anschreiben an den Bundespräsidenten verschickt.

Während Bundespräsident Horst Köhler am vergangenen Montag Braunschweig besuchte, gab es für die Bürgerinnen und Bürger leider keine Möglichkeit ihre Anliegen direkt zu äußern. Die Linksjugend [`solid], die sich unter anderem für mehr Mitbestimmung einsetzt, hat aus diesem Grunde den Menschen angeboten auf einem großen Plakat ihre Vorstellungen von gerechter Politik Ausdruck zu verleihen. „Wir finden es schade, wie selten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bekommen sich persönlich an die „Mächtigen“ in der Politik zu wenden.“, so Philipp Zimmermann, [`solid] Landessprecher.

Viele Passanten nutzen das Angebot aus und begrüßten die Initiative der Aktivisten. Die gut vier Quadratmeter große Bodenzeitung füllte sich schnell mit den unterschiedlichsten Forderungen. Die von „Kostenfreie Kita-Plätze für Alle“, „Arbeit fair verteilen, bei vollem Lohnausgleich“, „Raus aus Afghanistan“ bis hin zu „Deutschland darf kein Überwachungsstaat werden“ reichten.

Die Bodenzeitung wurde zusammen mit einem Anschreiben an den Bundespräsidenten per Post verschickt. „Ganz sicher sind wir uns nicht, ob Horst Köhler ein offenes Ohr für alle Menschen hat, hoffen aber, dass er sich die Umsetzung der Bürgerwünsche zur Herzensangelegenheit macht.“, sagte Annika-Dathe von der Linksjugend.

22. Juni 2009

Vortrag und Diskussion: Die Situation von Arbeiterinnen in China

Dienstag, 23.06.09, 19.00 Uhr TU Braunschweig (Altgebäude), Raum SN 19.3

Ende 2008 brach die weltweite Krise auch über China herein. Viele Fabriken in den Industriezonen der Ostküste wurden geschlossen, viele ArbeiterInnen verloren ihren Job. In den Exportfabriken arbeiten vor allem junge Frauen, die von Land in die Städte gezogen sind, nicht nur um Geld zu verdienen, sondern auch um der Kontrolle durch die patriarchalen Dorfstrukturen zu entkommen und an dem teilzuhaben, was sie als „modernes“ Stadtleben verstehen. Sie können sich aber aufgrund Apartheid-ähnlicher Registrierungsgesetze nicht dauerhaft in der Stadt niederlassen. Die Bedingungen in den Fabriken reichen von schlecht bis katastrophal, aber viele Arbeiterinnen haben in den letzten Petitionen, Demonstrationen und Streiks organsiert, um Verbesserungen durchzusetzen. Mit der Krise stehen sie jetzt vor neuen Problemen… Ende 2008 ist ein Buch erschienen, in dem die jungen Wanderarbeiterinnen, auch dagongmei genannt, von ihrer Situation und ihren Kämpfen gegen die Ausbeutung und patriarchale Unterdrückung erzählen: Pun Ngai/Li Wanwei: dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen. Berlin, 2008, Verlag Assoziation A. Der Übersetzer des Buches wird auf der Veranstaltung die derzeitige Situation der Arbeiterinnen in China vorstellen. Weitere Informationen und Texte auf www.gongchao.org

15. Juni 2009

Bildungsstreik!

18. Mai 2009

Vortrag zu “Frauenrechte in Afghanistan” mit Dr. Bock-Luna

Frauenrechte in Afghanistan

24. April 2009

Die Linksjugend [‘solid] Braunschweig – Wolfenbüttel und Peine störten heute Abend einen pro‐militaristischen Vortrag der Bundeswehr

Im Wolfenbütteler Hotel Antoinette war heute Abend Oberstleutnant Lange, Sprecher für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, Gastgeber. Das Hotelmanagement und die Bundeswehr luden zu einem Vortrag über Afghanistan. In ihm sollte die Situation der Soldaten und Bürger in Afghanistan geschönt und der Kriegseinsatz der Frauen und Männer als humanitärer Dienst für Frieden und Sicherheit dargestellt werden. Die rund 50 Gäste waren vom Einsatz der Bundeswehr überzeugte Pensionisten, einige wenige Personen mittleren Alters und etwa 20 Schülerinnen und Schüler.

Nach den ersten Ausführungen des Oberstleutnants standen die beiden [‘solid] Aktivisten auf, hielten die Friedensfahne hoch und sagten laut „Nein zu Krieg!“. Ein Raunen ging durch den Saal und einer der älteren Herren entriss schnellstmöglich die Fahne. Der Sprecher der Bundeswehr beschimpfte die jungen Protestierenden als „link“. Sie sollten sich setzen, den Vortrag zu Ende hören und könnten im Anschluss ein Gespräch mit ihm führen. Das Kontra, er und die Bundeswehr seien link, da sie versuchten mit verlockenden Angeboten und falschen Aussagen die Militarisierung der Gesellschaft voranzutreiben und junge Leute für lebensgefährliche Kriegseinsätze zu missbrauchen, machte den Pressesprecher perplex. Dem verdutzten Oberstleutnant kam ein Hotelmitarbeiter zu Hilfe der die Friedensprotestler aus dem Saal geleitete. Den anwesenden Schülerinnen und Schülern konnten auf dem Weg hinaus noch Aufkleber gegen Krieg und die Bundeswehr gegeben werden.

Wir hoffen einige der jungen Leute vor den Schrecken des Kriegseinsatzes gerettet zu haben.

Warum den Afghanistan Einsatz kritisieren?

Der Krieg in Afghanistan hat weder zur Demokratie, noch zu Frieden geführt. Stattdessen sank die Alphabetisierungsrate und Lebenserwartung. Das am zivilen Aufbau auch kein wahres Interesse besteht, belegen die Ausgabe: 590 Millionen Euro für Waffen und 170 Millionen für den Wiederaufbau.

Dabei verletzt der Einsatz der Bundeswehr im Ausland sogar das Grundgesetz (Art. 87a Abs. 1 Satz 1 GG). Dennoch wird weiter an dem Umbau hin zur Interventionsarmee gearbeitet.

Es ist nicht verwunderlich, das 3/4 der deutschen Bevölkerung gegen den Kriegseinsatz der Bundeswehr sind. Dennoch wird der Volkswille von allen Parteien im Parlament ignoriert. Ausgenommen von der LINKEN.

Mit der Aktion wurde zum Ausdruck gebracht, dass Werbung für diesen Krieg nicht unwidersprochen bleibt und bleiben wird.

Die Linksjugend [‘solid] Braunschweig – Wolfenbüttel und Peine

BSZ

8. März 2009

Naziaufmarsch am 1.Mai in Hannover verhindern!

Keinen Fußbreit den Faschisten! Umzingeln wir die Nazis!

1. Mai 11 Uhr Hauptbahnhof Hannover

Am 1.Mai 2009 wollen in Hannover Neonazis der „Freien Kameradschaften“ mit der NPD aufmarschieren.
Sie wollen den Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung dazu nutzen, um ihr faschistisches Gedankengut zu verbreiten.
Sie reden von „Überfremdung“ und hetzen gegen alle, die nicht in ihr menschenverachtendes Weltbild passen.
Sie geben sich als Vorkämpfer für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus und tarnen dabei nur ihren Hass auf Demokratie und Andersdenkende.
Sie werben mit dem Schlagwort eines „Nationalen Sozialismus“ und meinen dabei eine faschistische Diktatur.
Sie verherrlichen den Nationalsozialismus und seine Verbrechen.
Tagtäglich werden Menschen in Deutschland Opfer rechter Gewalt. Für die Zunahme rechtsextremistischer Straftaten sind die „Freien Kameradschaften“ maßgeblich verantwortlich.
Über 1.000 ihrer Anhänger und Anhängerinnen haben sich dieses Jahr am 1.Mai für Hannover angekündigt.
Diese Provokation nehmen wir nicht tatenlos hin!

Wir stehen für eine weltoffene, demokratische und solidarische Gesellschaft!
Der extremen Rechten und ihren Ideologien erteilen wir eine klare Absage.
Wir zeigen Zivilcourage, wir bekämpfen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.
Wir rufen alle Menschen auf, gemeinsam mit uns friedlich gegen den Naziaufmarsch zu protestieren und zu demonstrieren.
Lasst uns den Naziaufmarsch verhindern!

Umzingeln wir die Nazis: 1. Mai 11 Uhr ZOB am Hauptbahnhof
Fest für die Demokratie: ab 12 Uhr auf dem Klagesmarkt

www.erstermai-hannover.dgb.de

1. März 2009

60 Jahre NATO – Es reicht!

Anfang April 2008 feiert die NATO (Nordatlantikvertrag-Organisation) in Straßburg und Baden-Baden sechzigjähriges Jubiläum. Für uns ist der Geburtstag des Militärbündnisses
kein Grund zum Feiern. Wir wollen den KriegstreiberInnen nicht die Definitionsmacht über „Freiheit und Demokratie“ überlassen, mit der die Herrschenden Krieg und Ausbeutung in die Welt tragen. Daher rufen wir zum Widerstand gegen den Gipfel auf. Die MilitärstrategInnen, RegierungsvertreterInnen, GenerälInnen und RüstungslobbyistInnen werden sich hinter Absperrgittern und Wasserwerfern und geschützt von einer gigantischen Polizeimacht verschanzen. Denn sie wissen: KriegsverbrecherInnen und FolterbefürworterInnen erwartet überall Widerstand und Protest.

Die NATO, als Relikt des Kalten Krieges, befindet sich beständig auf der Suche nach neuen Legitimationsgrundlagen. Unter den Vorwänden von „globaler Sicherheit“ und „Terrorbekämpfung“ sicherten sich die NATO-Mitgliedsstaaten den Zugang zu Rohstoffen und Absatzmärkten in aller Welt. Die neokoloniale Aufteilung der Welt unter den Mitgliedsstaaten bleibt sicher die zentrale Aufgabe der NATO. Argumentiert wird sie – wie im Falle des Kosovo-Kriegs – mit der Verletzung von Menschenrechten, oder – bezogen auf Afghanistan und den Irak – mit Prävention vor globalem Terrorismus in den Zentren der westlichen Welt. Weil sich die immergleiche Argumentation nicht dauerhaft glaubhaft vermitteln lässt, steht das Militärbündnis vor der wiederkehrenden Aufgabe, die eigene Aufgabe beständig neu zu
definieren. Die „neoliberale“ Wende des kapitalistischen Systems stößt, wie alle Ausformungen kapitalistischer Gesellschaftsordnungen, an ihre Grenzen. Immer häufiger auftretende Armutskonflikte, die schwindende Akzeptanz der sog. „Dritten Welt“, sich dem Regime aus IWF, WTO und Weltbank unterzuordnen, sowie die aktuelle Finanzmarktkrise in den
kapitalistischen Zentren sind Ausdruck eines Wandels der aktuellen Welt- und Wirtschaftsordnung und deren Übergangs zu einer neuen Formation des Kapitalismus.
Auf den drohenden Einflussverlust reagieren westliche Industrienationen mit militärischer
Aggression. Der Rüstungswettlauf um Rohstoffe und Absatzmärkte, besonders angesichts des Klimawandels und die mit ihm einhergehenden Konflikte, verschärft sich. Krieg
entwickelt sich zum Normalzustand.

Doch es geht um mehr als den ideologischen Vorwand zur „Verteidigung westlicher Gesellschaften und ihrer Lebensart“, wie es in einer Studie hochrangiger NATO-Generäle heißt. Wenn der strukturelle Druck internationaler Insitutionen durch Deregulierung und Liberalisierung die globale ökonomische Vorherrschaft nicht mehr ausreichend sichern kann, rücken militärische Strategien in den Vordergrund. Dennoch hat man aus den vergangen Jahrzehnten gelernt.
So bedeutet militärische Bündnispolitik in Zukunft nicht nur Drohungen gegen rohstoffreiche Länder, Interventionen ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates, Überlegungen, eine Gefährdung der Energiesicherheit künftig als Bündnisfall zu werten, sondern eben auch Besatzung und der neoliberale Staatsaufbau der entsprechenden Länder. Die Einbindung ziviler Hilfs- und Aufbauorganisationen zur Befriedung auftretender Konflikte und damit zur effektiveren Ausbeutung der besetzten Regionen werden zur Notwendigkeit.
Heute bedeutet imperialistische Politik nicht einfach Machtübernahme, sondern vielmehr die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure in eine militärische und ökonomische
Gesamtstrategie. Diese Grenzverwischung führt zu einer Zunahme von Aufständen, da auch Hilfsorganisationen als Kombattanten und damit als potentielle Ziele betrachtet werden. Resultat dessen ist nicht nur die Notwendigkeit aktiver Aufstandsbekämpfung seitens des Militärs und damit verbunden ein riesiger Bedarf an SoldatInnen, sondern auch die Legitimation eines langfristigen militärischen Engagements und eine Delegitimation sozialer Kämpfe in den entsprechenden Regionen.
Krieg und Dauerbesatzungen bedeuten immer Hunger, Tod, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord. NATO-Einsätze verstanden als „Friedens- und Aufbaumissionen“, genauso wie
die SoldatIn als BürgerIn in Uniform sind und bleiben gefährliche Trugbilder. Das Militär als Institution autoritärer und patriarchaler Zurichtung der Individuen und seine Funktion der Kriegsführung, kann niemals ein Akteur der Friedensarbeit sein. So ist es ein voreiliger Trugschluss, aus der militärischen Intervention in Afghanistan einen Beitrag zur Befreiung der Frauen zu sehen, wenn man den männerbündischen Charakter jener Organisation
bedenkt, die mit dem Staats- und Gesellschaftsaufbau betraut wird. Und obwohl durchaus wichtige Freiräume eröffnet wurden, wird es für emanzipatorische Kräfte schwierig sein,
diese zu besetzten, ohne sich zwischen religiösem Fundamentalismus und einer allumfassenden Militärstrategie aufreiben zu lassen.
Das Einsatzgebiet der NATO erstreckt sich weit über den Nahen Osten hinaus. Sie ist überall aktiv – ob im Sudan oder in Kolumbien. Besonders die Jagt auf Piraten am Horn von Afrika zeigt: Die NATO übernimmt mehr und mehr Polizeiaufgaben. So kündigte der deutsche Verteidigungsminister Jung an „Wo deutsche Interessen betroffen sind, werden wir dafür sorgen, dass auch eine Verurteilung der Piraten stattfindet.” Dafür wolle man eine nationale Rechtsgrundlage schaffen und gleichzeitig auch eine weitere Legitimationsgrundlage des „Verteidigungsbündnis“ als globaler Akteur mit internationalen
Polizeiaufgaben.

Die grassierenden Armutskonflikte betreffen nicht nur die Peripherie, sondern auch die glitzernden Metropolen der kapitalistischen Zentren. Auch hier wird Konflikten in Zukunft
zunehmend repressiv begegnet werden. Bundeswehreinsatz im Inneren, großer Lauschangriff, das Hinwirken auf die Speicherung des genetischen Fingerabdrucks in Personalausweisen und die Ausdehnung von Daten- und Videoüberwachung sprechen eine deutliche Sprache.
Dieses „Ende der Privatheit“ drückt gleichzeitig die evidente Zurichtung der Individuen, sich mit all seinen Fähigkeiten reibungslos in den Ausbeutungsprozess einzubringen, aus.
Die Schlagworte „Fördern und Fordern“ der Agenda 2010 bringen diesen Zwang zur Selbstaktivierung auf erschreckende Weise zum Ausdruck.
Die kapitalistischen Ausbeutungsverhältnisse, die soziale Marginalisierung und Prekarität generieren, bedienen gleichzeitig die Bedürfnisse einer Bundeswehr mit „robustem
Mandat“ und einen steigenden SoldatInnenbedarf der NATO. Nicht umsonst wirbt die Bundeswehr aktiv vor Arbeitsämtern mit „gut bezahlten Jobs“. Der Tod als Berufsrisiko gehört zur gesellschaftlich anerkannten Arbeitsmarktpolitik. Fortschreitender Sozialabbau generiert kostengünstig das nötige Kanonenfutter zur ökonomischen Ausbeutung des „Kulturfeindes“.
Auf europäischer Ebene betrachtet wird deutlich, dass dies kein rein bundesdeutsches Konzept ist. Die Einrichtung einer europäischen „Terrordatenbank“ und die Versuche, die
länderübergreifende Kooperation von Polizei und Geheimdiensten auszubauen, zeigt deutliche Bestrebungen, Grenzen zwischen Militär, Polizei und Geheimdiensten zu verwischen. Der scheinbare „Kampf gegen den Terrorismus“ entpuppte sich als repressive
Präventionmaßnahme zur Vorbeugung sozialer Kämpfer.
Mittels des Schürens der Angst vor „islamischen Fundamentalismus“ werden bewusst die Freiheit, erkämpfte Rechte wahrzunehmen und die Möglichkeit der emanzipatorischen
Entwicklung der Gesellschaft beschnitten. Rassistische Ressentiments werden billigend in Kauf genommen und sogar strategisch genutzt.

Zwar stehen Forderungen wie ein gesondertes Asylrecht für „Christen“ im öffentlichen Raum, ein Sonderrecht für Frauen, die Opfer sexualisierter Gewalt wurden – eine der
häufigsten „Nebenwirkungen“ von Krieg – wird dagegen nicht erwogen. Das westliche Werte- und Moralsystem wird zur Doktrin erhoben, in der „alles Fremde“ keinen Platz hat. Solche Argumentationen leisten auch der sog. Neuen Rechten Vorschub, was angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise auch ein Aufflammen antisemitischer Positionen nach sich
ziehen könnte.
So wird der Grundstein für die gesellschaftliche Akzeptanz einer weiteren Aufrüstung der
EU-Außengrenzen geleistet. Dahinter steckt nicht die Angst der europäischen Eliten vor
dem „Untergang des Abendlandes“. In erster Linie fürchtet man ökonomische Belastungen durch Migrationsströme, deren Auslöser häufig sich zuspitzende Umweltkatastrophen oder Kriege sind. Schon heute sterben zehntausende Menschen auf den Weg in die Länder, die ihnen Hungersnöte, Armut und Krieg brachten. Das Menschenrecht auf Asyl wir nur den wenigsten zuerkannt.

Eine Ablehnung der NATO darf nicht bei der Ablehnung von „Krieg als Mittel der Politik“ stehen bleiben. Die NATO abzulehnen bedeutet gleichzeitig eine Ablehnung kapitalistischer Herrschaftsmechanismen und das Einstehen für einen internationalistischen und antisexistischen Grundkonsens. Das uns verbindende „NEIN“ bedeutet kein Kombattantentum mit religiösen Fanatikern, es bedeutet genausowenig ein Stillschweigen über die mörderischen Folgen kapitalistischer Ausbeutung.